Medienmitteilung vom 26. Juni 2026

 

Gemeinsame Erklärung der Aargauer Leuchttürme zur Sicherung der Swisslos-Kulturförderung

 

Am 30. Juni 2026 entscheidet der Grosse Rat über die Motion Miro Barp vom 16. Dezember 2025, welche der Kulturförderung im Kanton Aargau jährlich mehr als drei Millionen Franken entziehen würde. Die unterzeichnenden Kulturinstitutionen warnen vor den Folgen dieses kulturpolitischen Richtungsentscheids. Zahlreiche Kulturinstitutionen, Kulturschaffende und Vereine – von kantonalen Leuchttürmen bis zu kleineren Initiativen – leisten täglich einen zentralen Beitrag zu Bildung, gesellschaftlichem Zusammenhalt und zur Attraktivität unseres Kantons. Die Swisslos-Gelder bilden dafür eine tragende Grundlage.

Die am 16. Dezember 2025 eingereichte Motion von Miro Barp zur Stärkung des Swisslos-Sportfonds stellt dieses bewährte Gleichgewicht infrage. Bei einer Annahme würden der Kultur und weiteren bisherigen Begünstigten jährlich über 3 Millionen Franken entzogen. Dies hätte unmittelbare Auswirkungen: Projekte müssten gestrichen, Beiträge gekürzt und gewachsene Strukturen geschwächt werden. Betroffen wären sowohl hunderte von Laienvereinen als auch das professionelle Kulturschaffen und zentrale Institutionen.

Kultur ist kein optionales Zusatzangebot. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Kulturelle Angebote fördern Bildung, soziale Kompetenzen und demokratische Teilhabe. Sie schaffen Räume für Begegnung und ermöglichen breite gesellschaftliche Teilhabe, insbesondere auch für Kinder und Jugendliche.

Die vorgeschlagene Umverteilung von über 3 Millionen Franken hätte direkte Auswirkungen auf kulturelle Angebote im ganzen Kanton. Die Auswirkungen wären nicht nur bei grossen Institutionen spürbar, sondern auch bei zahlreichen Vereinen, Festivals, Vermittlungsangeboten und ehrenamtlich getragenen Kulturprojekten in allen Regionen des Kantons.

Diese sind auf verlässliche öffentliche Finanzierung angewiesen. Eine Kürzung der Mittel würde zu einem Abbau von Angeboten, steigenden Zugangshürden und langfristig zu einem Verlust an Vielfalt und Qualität führen. Besonders betroffen wären Vermittlungs- und Nachwuchsprogramme sowie der niederschwellige Zugang für breite Bevölkerungsschichten. Die Unterzeichnenden anerkennen die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Sports ausdrücklich. Eine nachhaltige Förderpolitik darf jedoch Kultur und Sport nicht gegeneinander ausspielen.

Die Unterzeichnenden appellieren eindringlich an die Mitglieder des Grossen Rates, die weitreichenden Konsequenzen dieser Motion zu berücksichtigen. Eine Umverteilung zulasten der Kultur wäre ein kulturpolitischer Richtungsentscheid mit nachhaltigen negativen Folgen für den Kanton Aargau.

Der Grosse Rat entscheidet nicht nur über die Verteilung von Fördergeldern, sondern auch darüber, welche Bedeutung Kultur künftig im Kanton Aargau haben soll. Wir bitten die Mitglieder des Grossen Rates deshalb, die Motion abzulehnen und die bewährte Verteilung der Swisslos-Gelder beizubehalten.

Mit freundlichen Grüssen
Die Aargauer Leuchttürme

Die Unterzeichnenden Institutionen stehen für mehrere tausende Kulturbesuche pro Jahr, zahlreiche Arbeitsplätze sowie ein breites Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im gesamten Kanton.

argovia philharmonic
Bühne Aarau
Capriccio Barockorchester
Fantoche
KIFF
Künstlerhaus Boswil
Kurtheater Baden
Murikultur
Museum Langmatt
Schweizer Kindermuseum Baden
Stapferhaus
Tanz & Kunst Königsfelden