Jugendorchester Freiamt

El Sur - Klassik aus Brasilien und Argentinien

El Sur - Klassik aus Brasilien und Argentinien


Samstag, 16.Juni 2018, 19.30 Uhr


Carlos Marcucci
(1903-1957), Argentinien
Mi Dolor

Bento Mossurunga (1879-1970), Brasilien
Sonho
Melodia para instrumentos de arco

Ney Rosauro (*1952), Brasilien
Konzert Nr. 1 für Marimba und Streichorchester

Astor Piazzolla (1921-1992), Argentinien
Melodia en la menor für Streichquintett

Surprise

Astor Piazzolla (1921-1992), Argentinien
Fuga y misterio, Bearbeitung für Streicher von Thomas Kalb

 

Jugendorchester Freiamt
Isabelle Süess, Marimba, ein Talent des Förderprogramms JOFuture
Anne-­Cécile Gross, Leitung


Das Jugendorchester Freiamt (JOF) nimmt Sie mit auf eine Entdeckungsreise durch die klassische Musik Argentiniens und Brasiliens. Im Konzertprogramm «El Sur» lernen Sie Komponisten kennen, die in ihren Werken lustvoll den Spannungsbogen zwischen volkstümlichem Erbe und modernen Elementen spannen.

Unser Bild der südamerikanischen Musik ist meist einfach gestrickt: hitzige Samba-Rhythmen, schrille Kostüme, einfache Volksmusik. Doch die Musikkultur Lateinamerikas ist viel reichhaltiger. Mit dem Konzertprogramm «El Sur» gehen Sie auf eine Entdeckungsreise durch die klassische Musik Argentiniens und Brasiliens. Sie lernen Komponisten kennen, die in ihren Werken lustvoll den Spannungsbogen zwischen volkstümlichem Erbe und modernen Elementen spannen.

Kurios ist der Weg, auf dem das Stück „Sonho" des Argentiniers Bento Mossurunga ins Konzert des JOF fand. Die Noten des in Europa weitgehend unbekannten Stücks bekam JOF-Dirigentin Anne-Cécile Gross direkt von befreundeten brasilianischen Musikern aus Curitiba, der Millionenstadt, in der Mossurunga immer wieder gelebt hat und 1970 gestorben ist.

Das Konzert Nr. 1 für Marimba und Streichorchester des Brasilianers Ney Rosauro ist eine klassische Komposition, die geprägt ist vom lateinamerikanischen Erbe und volkstümlichen Elementen.

Die Solistin dieses Konzerts ist Isabelle Süess an der Marimba. Die 18-Jährige spielt virtuos und doch mit einer besonderen Feinfühligkeit und Musikalität – eine rare Qualität für eine Schlagzeugerin. Die Neuenhoferin ist das neue Talent im Förderprogramm JOFuture, das jungen Aargauerinnen und Aargauern eine Konzertplattform bietet.

Die zwei Argentinier im Konzertprogramm, Astor Piazzolla und Carlos Marcucci, fanden aus der volkstümlichen Tradition heraus zur klassischen Musik. Piazzolla wuchs als Kind einer Auswandererfamilie in New York auf. In seinem Elternhaus war der Tango die Musik des Heimwehs. Später studierte er in Paris bei Nadia Boulanger, der berühmten Musikpädagogin und Lehrerin einiger der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Piazzolla gilt als Begründer des Tango Nuevo. Er verschmolz die Tanzmusik seiner argentinischen Heimat mit Rhythmen, Harmonien und der Tonsprache der europäischen Klassik und des Jazz.

Eintritt frei, Kollekte

Weitere Konzertdaten
Freitag, 15. Juni 2018, 19.30 Uhr, Aula Schule Falter, Oberwil-Lieli 
Sonntag, 17. Juni, 2018 17.00 Uhr, Schaugewächshaus, Reusspark Niederwil 


Wir danken der Josef Müller-Stiftung, Muri, der Theodor und Bernhard Dreifuss-Stiftung, sowie den Eltern und Freunden des Jugendorchesters Freiamt herzlich für die Unterstützung.

JOFuture-Talent Isabelle Süess, Marimba

JOFuture-Talent Isabelle Süess, Marimba

Isabelle Süess ist das neue Talent des Förderprogramms JOFuture. Beim Konzert „El Sur“ des Jugendorchesters Freiamt debütiert die 18-Jährige als Solistin an der Marimba.

Isabelle Süess ist gerade zurück aus Japan, der Heimat ihrer Mutter. Die 18-Jährige lebte ein halbes Jahr lang bei ihrer Grossmutter in Osaka. Süess besuchte die Highschool und konnte regelmässig mit dem Schulorchester proben. Und sie nahm Unterricht bei einer Lehrerin, die einst bei Keiko Abe studiert hatte. Abe ist die berühmteste Marimbaspielerin überhaupt. So bekam Isabelle Süess die einmalige Möglichkeit, einen ganzen Tag lang den Unterricht der Grande Dame der Marimba in Tokio besuchen zu dürfen. Ein Erlebnis, das sie tief beeindruckt hat.

Ich treffe Isabelle Süess im Musiksaal der Kantonsschule Wettingen, wo sie zur Schule geht. Wir müssen zuerst Notenständer, Stühle und verschiedene Instrumente wegräumen, um die riesige Marimba in den Raum rollen zu können.

Die Schülerin spielt das guatemaltekische Nationalinstrument seit zehn Jahren. Da die Marimba für die Wohnung und auch fürs Portemonnaie zu gross ist, übt sie hier. Das ist aber nur ein- oder zweimal pro Woche in Randstunden möglich. Hinzu kommen zwei Unterrichtsblöcke pro Woche für Perkussion und Marimba bei ihren Lehrern Junko Rusche und Reto Baumann. Isabelle Süess bedauert, dass sie nur viermal pro Woche üben kann: „Eigentlich sollte ich jeden Tag üben.“ Für die junge Frau steht fest: Die Marimba ist ihr Leben.

Wie sind Sie zur Marimba gekommen?
Früher spielte ich Klavier. Meine Schwester spielte Trompete in einem Orchester. Ich wollte auch in diesem Orchester spielen, das ging mit dem Klavier natürlich nicht. Meine Mutter sagte: Wenn Du Klavier spielen kannst, kannst du auch Xylophon spielen. Das Prinzip der beiden Instrumente ist ähnlich. So stieg ich um, und bereits zwei Wochen später nahm ich am Xylophon mit dem Orchester an einem Wettbewerb teil. Marimba, Vibraphon und Glockenspiel kamen später automatisch dazu.

Was macht den Reiz der Marimba aus?
Die Marimba hat einfach einen unglaublich schönen Ton, vor allem in den tiefen Oktaven. Man kann alles spielen auf ihr, ganz ruhige, in sich gekehrte Musik, aber auch rassige, schnelle Lieder.

Und worin besteht die besondere Herausforderung beim Marimbaspiel?
Zuerst spielt man mit einem Schlägel in jeder Hand. Je besser man wird, kommen ein oder sogar zwei weitere Schlägel pro Hand dazu. Die Koordination von vier Schlägeln in zwei Händen ist enorm schwierig. Und dann will ich ja auch noch den perfekten Ton treffen.

Was sagen ihre Freundinnen und Freunde zu Ihrer Leidenschaft?
Den meisten musste ich zuerst einmal erklären, was eine Marimba überhaupt ist. Wenn ich dann noch erwähnte, dass ich klassische Musik spiele, kamen Reaktionen wie: „So siehst Du aber gar nicht aus...“. Aber ich habe viele tolle Freunde, die mittleerweile begeistert meine Konzerte besuchen.

Sie sind gerade zurück aus Japan. Was haben Sie mitgenommen?
In Japan wird beim Einstudieren der Stücke ein noch viel grösserer Perfektionismus betrieben als bei uns in der Schweiz. Das habe ich für mich ganz neu entdeckt. Das Streben nach der absoluten Präzision und Perfektion. Ich habe innerhalb weniger Monate enorme Fortschritte gemacht. Darum spiele ich auch mit dem Gedanken, in Japan Marimba zu studieren. Das Instrument ist dort sehr populär.

Interview: Patrick Schellenberg

JOFuture

Im Rahmen des JOFuture bietet das Künstlerhaus Boswil  jungen Musiktalenten aus dem Freiamt resp. dem ganzen Kanton eine regelmässige Plattform, um als Instrumentalist mit dem Orchester zu konzertieren oder um als Komponistin oder Komponist eigene Kompositionen vorzustellen.

JOF - jugendorchester freiamt

Im Jugendorchester Freiamt treffen sich Musikerinnen und Musiker zwischen 10 und 17 Jahren, die schon über etwas Erfahrung auf ihrem Instrument verfügen und es mit Freude und Engagement spielen. Im JOF lernen sie alte und neue Musik sowie neue Freunde und Freundinnnen kennen und haben die Möglichkeit, erste Erfahrungen in einem Orchester zu sammeln. Jedes Jahr erarbeitet das JOF zwei Konzertprojekte, mit denen es jeweils auf eine kleine Tournee geht.

Neumitglieder sind sehr herzlich willkommen. Schnupperbesuche sind jederzeit möglich. Der Einstieg ins Orchster ist jeweils in der ersten oder zweiten Probe eines neuen Projekts möglich. Melde dich mit dem Kontaktformular an, oder komm einfach spontan vorbei!

Die Proben finden donnerstags von 18.30 - 20.30 Uhr im Künstlerhaus Boswil statt.

Probenplan

Semestergebühr: CHF 120.- pro Kind, weitere Geschwister je CHF 90.-

Pro Juventute Aargau kann Unterstützungsbeiträge gewähren, siehe unten. 

Die Dirigentin

Die Dirigentin

Anne-Cécile Gross wurde in der Elfenbeinküste geboren und lebte dort bis zu ihrem achten Lebensjahr. Die Französin ist eine höchst engagierte Musikerin und interessiert sich für die unterschiedlichsten Stilrichtungen. So setzt sie sich auch mit dem zeitgenössischen Musikschaffen auseinander.
Zur Dirigentin liess sie sich ausbilden durch C. Metters, K. Kiesler, R. Zollman, U. Segal und J. Schlaefli. An der Hochschule der Künste Zürich studierte sie bei I. Wassilevski. Sie dirigierte die Berliner Sinfonietta, die Staatsphilharmonie Plovdiv sowie das Orchester der Musikakademie von Sofia. 2012 war sie an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh als Assistentin von Ronald Zollman tätig und dirigierte das dortige Philharmonische Orchester. Nach ihrer Rückkehr aus den USA übernahm sie das Jugendorchester Freiamt im Künstlerhaus Boswil. Sie leitet seit Ende 2013 das Kammerorchester Bülach.
Ihr Instrument ist das Cello. Sie liess sich in verschiedenen Ländern und bei Künstlern mit ganz unterschiedlichem Hintergrund ausbilden. Sie spielte mit Orchestern wie auch mit Kammermusikformationen zusammen. Beispielsweise hat sie an der Biennale Bern und in Aarau bei den Moments Musicaux mitgewirkt.
Sie arbeitet gerne mit Künstlern des Französischen Chansons zusammen, auch in einer Klezmerband hat sie musiziert. Als engagierte Lehrerin unterrichtete sie unter anderem am Konservatorium Bern und an der Musikschule Aarau.

Göttibatze Pro Juventute

Göttibatze Pro Juventute

Der Göttibatze von Pro Juventute Aargau unterstützt Kinder und Jugendliche, die gerne ein Instrument spielen möchten. So werden Beiträge an Musikunterricht oder Instrumentenmiete übernommen. Ebenso kann für den Besuch einer Musiklagerwoche ein Gesuch gestellt werden. Pro Juventute Aargau macht Kinder und Jugendliche, die vom Göttibatze profitieren, auf das Jugendorchester Freiamt aufmerksam und vermittelt auf Wunsch den Kontakt. 

Jugend+Musik

Jugend+Musik

Die Dirigentin und Leiterin des Jugendorchesters Freiamt, Anne-Cécile Gross, ist annerkannte J+M Leiterin (Jugend+Musik, Bundesamt für Kultur).  

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