"Bachianas" - Tournee Januar 2016

Jugend-Sinfonieorchester Aargau
Hu Jung, Klavier
Hugo Bollschweiler, Leitung

Johann Sebastian Bach (1685-1750):
Ricercar a 6 voci aus dem Musikalischen Opfer BWV 1079, für Klavier solo
J. S. Bach, arr. A. Webern (1883-1945):
Fuga (2. Ricercar) a 6 voci für Orchester (1935)
Ernest Bloch (1880-1959):
Concerto grosso Nr. 1 for string orchestra with piano obbligato (1924-1925)
Johannes Brahms (1833-1897): Sinfonie Nr. 4 op. 98 e-Moll, 1885


Bach ist abwesend und allgegenwärtig – als Fluchtpunkt, Legitimation und sichernde Referenz für die eigene künstlerische Ernsthaftigkeit, grade auch für die Neutöner des 20. Jahrhunderts. Anton Webern hat sich in seiner pointillistischen Klangfarben-Meisterleistung dem barocken Urvater in grösstem Respekt genähert und gleichzeitig seiner eigenen künstlerischen Identität unmissverständliches Profil gegeben. Es ist vielleicht die persönlichste, aber auch dem Bachschen Geiste verwandteste Transkription, die jemals ein Werk von Johann Sebastian Bach erfahren hat. Bei Bloch ist die Concerto grosso-Form als dezente (und klanglich spektakuläre) Verneigung vor dem Instrumentalstil des 18. Jahrhunderts zu verstehen - wobei das obligate Klavier die zeitgenössische Variante des Cembalos simuliert. Ein an Johann Sebastian Bach angelehntes Thema aus dem Schlusschor seiner Kantate Nach dir, Herr, verlanget mich (BWV 150) verarbeitet Brahms prominent im letzten Satz seiner vierten und letzten Sinfonie. Über der grossangelegten strengen Passacaglia-Form lässt Brahms 30 Variationen laufen, die durch den immer wiederkehrenden Bachschen Cantus Firmus getrieben in einer grandiosen Schlusssteigerung dunkel verglühen.

Eintritt: CHF 40.-/15.- (Stud./Lehrl.)/ Kinder bis 12 Jahre freier Eintritt

Sonntag, 3.1.2016 Boswil, Alte Kirche 11.00 Uhr
Donnerstag, 7.1.2016 Zürich, Kirche St. Peter 20.00 Uhr
Freitag, 8.1.2016 Zofingen, Stadtkirche , 20.00 Uhr
Sonntag, 10.1.2016 Aarau, Kultur- und Kongresszentrum 11.00 Uhr

Jugend-Sinfonieorchester Aargau

Das Jugend-Sinfonieorchester des Kantons Aargau ist ein innovatives Vermittlungs- und Bildungsprojekt des Künstlerhauses Boswil, das zweimal jährlich motivierte und begabte Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 26 Jahren zusammenführt.
Die Mitwirkenden aus dem Aargau und den angrenzenden Regionen widmen sich dem klassisch-romantischen Konzertrepertoire ebenso wie neuerer und aargauischer Musik. Das Jugend-Sinfonieorchester Aargau arbeitet mit renommierten Solistinnen und Solisten und konzertiert in- und ausserhalb des Kantons.
Dirigent und Projektleiter: Hugo Bollschweiler

Presse

Presse

" Mit der neunten Sinfonie von Schostakowitsch haben sich die gut 65 jungen Leute im Alter von 17 bis 25 Jahren einer Sinfonie gestellt, die sonst Berufsorchestern vorbehalten ist. Hinreißend war diese Schostakowitsch-Wiedergabe, weil sie der frechen, spritzigen und sarkastischen Musik mit dem rasanten Final-Galopp eine interpretatorische Entsprechung mit viel Drive und Dramatik lieferte.
Südkurier, 18. August 2015

"Es war überwältigend zu hören, mit welcher Kraft, Expressivität und geschärftem Klang sich das junge Orchester in die gewaltige Sinfonie des russischen Komponisten legte. Ein dichter, prägnanter Streicherklang, effektsicher und rhythmisch genau agierende Schlagwerker an der Perkussion, das schwere Blech, das wuchtig hervortritt, die herausragenden Holzbläser, die auch die lyrischen und schwermütigen Stellen sorgfältig aushorchten, machten diesen Schostakowitsch zu einem fesselnden Klangerlebnis." Badische Zeitung , August 2015
 

Der Freiämter, 11. August, 2015
Bettina Leemann

«Unerhört» gut und begeisternd
Das Jugendsinfonieorchester Aargau riss in der Alten Kirche Boswil das Publikum mit

«Unerhört» war das Motto des Konzertes, welches das Jugendsinfonieorchester Aargau unter der Leitung von Hugo Bollschweiler am vergangenen Sonntag dem Publikum in der Alten KircheBoswil offerierte.
Unerhört war auch das Niveau, mit welchem das Orchester das Publikumzu begeistern wusste. Mit einer unglaublichen Brillanz und Präsenz liessen die jungen Musikerinnen und Musiker die anspruchsvollen Werke von Mozart, Strawinsky und Schostakowitsch in der Alten Kirche Boswil erklingen.

Getreu dem Motto des Dirigenten Hugo Bollschweiler «Let's Rock» erklangen die ersten Takte der Mozart Sinfonie Nr. 25. Schon diese ersten Töne liessen keinen Zweifel aufkommen, das Orchester hatte das Motto verinnerlicht, und hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Wände der alten Kirche Boswil zum Beben zu bringen.
Mit einer bewundernswerten Brillanz liessen die Streicher das Motiv des ersten Satzes der Sinfonie erklingen und schufen dabei den richtigen Boden für einen glasklaren Oboeneinsatz, der das eben gehörte Motiv wunderbar aufnahm.

Das Orchester legte dabei eine Perfektion an den Tag, welche die Zuhörerinnen und Zuhörer nicht nur die Wärme, sondern auch den Ort vergessen liess, an dem man sich befand. Mozart in seiner vollendeten Perfektion und mit einer Intensität, wie man diese Musik nur von den ganz grossen Orchestern dieser Welt zu hören bekommt, sofern sie denn
noch Mozart-Sinfonien spielen.

06.1.

Jugend-Sinfonieorchester Aargau

Wahnsinn

Tournee

  • Alte Kirche, Künstlerhaus Boswil
  • Abendkasse ab 10.30 Uhr, Eintritt: CHF 40.-/15.- (Stud./Lehrl.) Kinder bis zwölf Jahre: freier Eintritt

Weitere Konzerte:

Samstag 5. Januar 2019, 19.00Uhr
Kultur- und Kongresshaus, Aarau

Freitag, 11. Januar 2019, 19.30 Uhr
Aula Primarschule Margeläcker, Wettingen

Sonntag, 13. Januar 2019, 17.00 Uhr
Kirche Sankt Peter, Zürich

Jugend-Sinfonieorchester Aargau

Wahnsinn

Jugend-Sinfonieorchester Aargau
Jacob Shaw Violoncello
Hugo Bollschweiler Leitung

 

Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
Ouvertüre zu „La Clemenza di Tito“ KV 621

Ernest Bloch (1880–1959)
Shelomo: Rhapsodie Hébraïque, for Violoncello and Orchestra, B. 39 (1915/16)

Sergei Prokofjew (1891–1953)
Romeo and Juliet, Suite No. 2 op. 64ter

Der Wahnsinn hält Hof. Bei Mozarts Titus sogar buchstäblich und pechschwarz als Hochverrat, Mord und Rache: Wahnsinnige Intrigenspiele und kalte Vergeltungspläne wuchern in der Entourage des Kaisers. Verrückt und gefährlich ist es, was sich Titus da erlaubt: Er begnadigt die Attentäter und liefert Mozart die ideale Vorlage für einen symbolischen Fingerzeig an Leopold II., zu dessen Krönung der Komponist die Oper in sagenhaften 50 Tagen schrieb.

Wahnhaft treibt es hingegen König Salomon um, in manisch-depressiver Unrast zwischen Luxushunger, Lust und Masslosigkeit und kontemplativer Melancholie. Im erschütternden Gespräch mit seinem Volk werden die letzten Fragen des Lebens berührt. Berückend schön, unbarmherzig verdichtet und von archaischer Grösse: Ernest Bloch hat mit Schelomo eine existenzielle Parabel geschaffen, in der wir uns alle selber erkennen.

Wahnsinnig ist die Liebe von Romeo und Julia in ihrer absoluten Bedingungslosigkeit und wahnsinnig ist der sinnlose Hass der verfeindeten Familienclans. Mit Shakespeares Klassiker hat Sergei Prokofjew die Ur-Geschichte einer verbotenen, zerstörerischen Liebe mit einem Soundtrack versehen, der in seiner kongenialen Gestalt sogleich selber zum Klassiker avancierte. Dem schicksalshaften Duktus der griechischen Tragödie gleich treibt die Musik zwischen Wucht und Zärtlichkeit die unerhört Liebenden in einen Tod, dessen Sinnlosigkeit in einer an die Grenzen der Tonalität stoßenden Musik gespiegelt wird.

  • http://www.kuenstlerhausboswil.ch/ort-der-musik/jugend-sinfonie-orchester-aargau/Archiv/Bachianas-2016
  • d3d181c7-3fad-4484-927d-9e6c340c3f83
  • Alte Kirche, Künstlerhaus Boswil
  • 20181212T043946
  • 20190106T110016
  • 20190106T140016
  • Jugend-Sinfonieorchester Aargau: Wahnsinn
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