„Wir sind die Zeit“

„Wir sind die Zeit“

Programm:

Luc Ferrari: Tautologos III (1970), Version Nr. 4 für 11 Instrumente
Karlheinz Stockhausen: Zeitmasze(1956), für fünf Holzbläser
Sofia Gubaidulina: Concordanza (1971), für Ensemble
Louis Andriessen: Hout (1991), für vier Instrumente
Toshio Hosokawa: Voyage I (1997), für Violine solo und Ensemble


Termine:
Projekt- und Probenwoche am Künstlerhaus Boswil
vom 6. bis 11. Oktober 2013


Konzerte:
11. Oktober Künstlerhaus Boswil, alte Kirche, 20.00 Uhr 
13. Oktober Lugano, Festival oggimusica, Aula magna del Conservatorio,
17:30 Uhr
16. Oktober Basel, grosser Saal der Musik-Akademie, 20:15 Uhr
17. Oktober Veranstaltungspartner: Fundaziun Nairs Scuol, Hochalpines Institut Ftan 17:00 Uhr

 


Konzeption:
Das diesjährige Projekt des Ensemble Boswil trägt den Titel „Wir sind die Zeit“ - das Zitat von Jorge Luis Borges bezieht sich auf die Vielfältigkeit der Gestaltung von Zeit im zeitgenössischen kompositorischen Schaffen. Das Programm hängt auf einer gedanklichen Ebene zusammen und bietet den Hörerinnen und Hörern starke und lebendige Kontraste. So ermöglichen interpretatorische Freiheiten der Musiker bei Luc Ferrari stets neu entstehende poetische Klangbilder, während Stockhausens „Zeitmasse“ strenge, expressive Bewegungen und Gesten entfesselt. Sofia Gubaidulinas „Concordanza“ lotet mit delikaten, plastischen, sinnlichen Klängen die Pole von Konflikt und Eintracht aus. Und während Louis Andriessens „Hout“ mit minimalartiger Energie vorwärtsdrängt, komponiert Toshio Hosokawa aus Prinzipien der Zen-Meditation ein zauberhaftes musikalisches Porträt des At(m)ens.


Das Ensemble Boswil:
Seit seiner Gründung 2005 hat sich das Ensembles Boswil für Neue Musik in der Schweizer Kulturlandschaft etabliert. Seine Kernkompetenz ist die Förderung und Weiterbildung von rund 20-25 hochbegabten jungen Schweizer Musikern in Kooperation mit allen Schweizer Musikhochschulen und die aktuelle Vermittlung von wichtigen Werken der zeitgenössischen Musik an die Öffentlichkeit unter Leitung eines international renommierten Gastdirigenten. Zudem hat das Projekt eine wichtige soziale Komponente: Während der einwöchigen Probephase haben die jungen Musikerinnen und Musiker die Gelegenheit, über die Sprachgrenzen hinaus Gleichgesinnte kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen, die im Verlauf ihrer
Karriere von grosser Wichtigkeit sein können.
In insgesamt sieben Projekten unter der Leitung der Gastdirigenten Jürg Wyttenbach, Peter Hirsch, Rüdiger Bohn, Pierre-Alain Monot, Beat Furrer, Tsung Yeh und Woiciech Michniewski haben insgesamt 150 Musikerinnen und Musiker aus allen Sprachregionen teilgenommen.


Der Dirigent:
Zsolt Nagy, geboren 1957 in Gyula, Ungarn, begann seine Karriere im Jahre 1976 als Coach und Dirigent im Stadttheater von Békécsaba und wirkte dort während rund 3 Jahren. Von 1980-1984 absolvierte er ein Dirigierstudium bei István Párkai an der Musikakademie in Budapest. 1988 und 1989 erhielt er Stipendien der Soros Stiftung in Mailand und Paris.
Während des Bartók Festivals nahm er an Seminaren von Peter Eötvös teil und arbeitete danach als dessen Assistent am Institut für Neue Musik der Staaatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe (1990–95). Er war Gastdozent am Internationalen Eötvös Institut in Stuttgart (1995), in Köln (1997) und in Edenkoben (1998, 2006). Seit 1999 ist er Chefdirigent und Künstlerischer Berater der Israel Contemporary Players. Nagy war künstlerischer Leiter der vom Janáček Philharmonic Orchestra veranstalteten Meisterklassen für Dirigenten und der Masterclass for Young Conductors for New Music am Music Centre in Jerusalem. Zsolt Nagy arbeitet mit vielen bedeutenden Orchestern und Ensembles. Er dirigierte über 500 Uraufführungen sowie zahlreiche Rundfunkaufnahmen und CD-Einspielungen und erhielt einen Spezialpreis für die Förderung von neuer israelischer Musik. 

Partner Ensemble Boswil: psi Paul Scherrer Institut 

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