Ensemble Boswil

Schweizer Ensemble für Neue Musik

Ensemble Boswil für Neue Musik (EBos) „What’s Now“

Das Ensemble Boswil (EBos) macht einen Neustart und besinnt sich dabei zurück auf die Wurzel des Künstlerhauses Boswil: die künstlerische Bedeutung dieses einzigartigen Ortes der Musik und der musikalischen Begegnungen. Das aktuelle Kompositionsschaffen ist dabei Grundlage für ein neuartiges Projekt, das die Zusammenarbeit mit den Schweizer Musikhochschulen vertieft und internationale Komponisten, Dirigenten und Musiker sowohl für die Arbeitsphase, als auch für die Konzerte nach Boswil bringt.

EBos 2017 mit Co-hosting-Partner Zürcher Hochschule der Künste
Für das „EBos reloaded“ 2017 freut sich das Künstlerhaus Boswil über eine Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste ZHDK Zürich als Co-hosting Musikhochschule und auf die Komponistin Isabel Mundry, die als Dozentin den Kompositionsmeisterkurs leiten wird. Das Thema „what’s now“ steht für den Umgang mit räumlichen und zeitlichen Strukturen innerhalb der Musik, ein Thema, das in einer mobilen Zeit, wie der heutigen, relevanter ist denn je. Unterstützt werden wir hier von Felix Baumann, Leiter des Studiengangs für Komposition/Theorie der ZHDK und von Philippe Kocher, Dozent der ZHDK, Entwickler des neuen, spannenden Tools „polytempo network“ zur Tempopolyphonie, das in diesem Meisterkurs vorgestellt und von den StudentInnen und KomponistInnen genutzt werden kann.
Sowohl das von Isabel Mundry kuratierte Eröffnungskonzert des EBos, als auch das Konzert der Uraufführungen der Werke der Meisterkursteilnehmer 2018 versprechen also ein ganz besonderes Musikerlebnis.

Phase 1 und Phase II
Ab dem akademischen Jahr 2017/18 finden zwei Ensemble-Sessionen statt, die jeweils mit einer der Schweizer Hochschulen vernetzt sind. Das Ensemble Boswil setzt sich wie bisher aus Studierenden der Schweizer Hochschulen zusammen. Neu ist, dass parallel zur ersten Session ein Kompositionsmeisterkurs stattfindet, in dem Absolvierende der Schweizer Hochschulen oder Ehemalige, sowie das ganze internationale Feld eingeladen werden, um für die zweite Session Stücke auszuarbeiten, die dann auch durch das EBos aufgeführt werden.
Das erste Konzert wird von Isabel Mundry und dem Künstlerhaus Boswil kuratiert. Im zweiten Konzert hören wir dann ausschliesslich Uraufführungen der Komponisten des Meisterkurses.


Rückblick/Ausblick Ensemble Boswil

Das Ensemble Boswil für Neue Musik (EBos) hat im Herbst 2015 sein 10-Jahre-Jubiläum gefeiert und dabei im Rahmen der traditionellen Konzerttournee auch drei Schweizer Musikhochschulen (MHS) bespielt. Die Wahl der Konzertorte erfolgte nicht willkürlich. Diese Gastspiele sollten einmal mehr verdeutlichen, dass das Ensemble Boswil seit seinem Bestehen stets als Kooperationsprojekt zwischen dem Künstlerhaus Boswil und den Schweizer Musikhochschulen funktioniert hat. Das Ensemble Boswil war und ist durch die Kombination von akademischem Know-How und den perfekten Produktionsbedingungen in Boswil ein einzigartiges Förderprojekt im zeitgenössischen Bereich: Ambitionierte Studierende aller Schweizer Musikhochschulen treffen im Künstlerhaus Boswil am „Ort der Musik“ im Aargauer Freiamt zusammen und arbeiten dort mit einem externen Dirigenten eine Woche lang sehr intensiv.

Die über die Jahre gesammelten Feedbacks aller Beteiligten zeigen: Die Studierenden schätzen die Atmosphäre in Boswil und zeigen grosses Engagement in der Erarbeitung und Performance des anspruchsvollen Repertoires, die Dozierenden können besonders motivierte Studierende vermitteln, die Dirigenten arbeiten unter aussergewöhnlichen Bedingungen (konzentrierte Probenphasen der MusikerInnen und stete örtliche Präsenz/Verfügbarkeit des gesamten Ensembles), das Künstlerhaus Boswil kann sich mit einem Projekt von hoher Qualität als Förderinstitution im Bereich der zeitgenössischen Musik positionieren.

Die Kernkompetenz des Projektes Ensemble Boswil ist die Förderung und Weiterbildung von jungen, hochbegabten MusikerInnen in enger Kooperation mit allen Schweizer Musikhochschulen und die aktuelle Vermittlung von wichtigen Werken der zeitgenössischen Musik an die Studenten unter Leitung eines international renommierten Gastdirigenten.

Die neue Projektidee
Das Künstlerhaus Boswil versteht sich als ein Ort der musikalisch reichhaltigen Begegnungen junger MusikerInnen und als „Enabler“ auch für die praktische Ausübung und Aufführung zeitgenössischer klassischer Musik. Die konzeptionelle Überarbeitung des Projekts „Ensemble Boswil für Neue Musik“ wirkt sich nachhaltig auf den Standort Boswil als Zentrum für didaktisch spezialisierte Weiterbildung aus und garantiert langfristig den Erhalt des künstlerisch hohen Niveaus der Institution.

► Das Ensemble Boswil formiert sich insofern neu, als dass es eine noch engere Zusammenarbeit mit den Schweizer Hochschulen, namentlich den Leitern der Master-Studiengänge für zeitgenössische Musik als bisher geben wird.

► Die Schweizer Hochschulen werden turnusmässig das „Co-hosting“ übernehmen und so gleichzeitig durch das Zur-Verfügung-Stellen von Räumlichkeiten und Arbeitsmaterial, vor allem aber inhaltlich als Kooperationspartner, eng mit der Projektleitung des Ensemble Boswil, unterstützt von der Geschäftsleitung des Künstlerhauses Boswil, zusammenarbeiten.

► Ziel dabei ist es, das Know-how der jeweiligen co-hosting Hochschule optimal für die Vision des Künstlerhauses als Begegnungszentrum für junge Studierende einzusetzen und eine Schnittstelle der Hochschulen untereinander zu schaffen, wo ein Austausch und eine vielseitige Begegnung sowohl der Studierenden, als auch der Dozenten und Interpreten ermöglicht wird.

Phase I: Meisterkurs Komposition, Probewoche Ensemble Boswil und Symposium
Die Projektphasen innerhalb der einjährigen Projektstruktur beginnen jeweils mit einem sogenannten „ Kick-off“ noch vor Beginn des akademischen Jahres als Phase I im Herbst des jeweiligen Jahres. Diese Phase I beinhaltet sowohl den Meisterkurs Komposition unter Leitung des durch die Partnerhochschule definierten „Composer in Residence“ als auch die erste Arbeitsphase des Ensemble Boswil am Künstlerhaus Boswil.
Am Ende der Phase I stehen ein Eröffnungs-Symposium des Künstlerhauses mit der Partnerhochschule und den Verantwortlichen aller beteiligten Hochschulen und das 1. Konzert im Künstlerhaus. Zur Aufführung gebracht werden Werke des Composers in Residence und komplementäre Musikstücke in Absprache mit der co-hosting Hochschule.

Phase II: Probewoche Ensemble Boswil mit neuen Kompositionen und Konzerten
Die Durchführung der Phase II innerhalb der Projektwochen der Musikhochschulen im Januar des gleichen Studienjahres bildet das zweite Kernstück des neuen Konzepts. In dieser zweiten Arbeitsphase werden die Werke der Teilnehmenden des Meisterkurses Komposition am Künstlerhaus Boswil erarbeitet und am Ende der Arbeitsphase sowohl in Boswil als auch in der jeweiligen Partner Hochschule zur Aufführung gebracht.

Neu mit ECTS-Punkten nach Bologna
Beide Projektphasen sind neu in Absprache mit den Hochschulen jeweils vollwertig mit einer durch die Hochschule festzulegenden Anzahl an ECTS-Punkten validierbar. (European Credit Transfer and Accumulation System, Credit Points nach dem Bologna-Prozess)

Jubiläum 2015: Zehn Jahre Ensemble Boswil

Seit seiner Gründung 2005 hat sich das Ensemble Boswil für Neue Musik in der Schweizer Kulturlandschaft etabliert. Seine Kernkompetenz ist die Förderung und Weiterbildung von 20-25 hochbegabten jungen Schweizer MusikerInnen in Kooperation mit allen Schweizer Musikhochschulen und die aktuelle Vermittlung von wichtigen Werken der zeitgenössischen Musik an die Öffentlichkeit unter Leitung eines international renommierten Gastdirigenten. Ebenso wichtig ist die soziale Komponente des Projektes: das Networking der jungen Musikerinnen und Musiker über die Sprachgrenzen hinaus.
An den bisher insgesamt 9 Projekten unter der Leitung der Gastdirigenten Jürg Wyttenbach, Peter Hirsch, Rüdiger Bohn, Pierre-Alain Monot, Beat Furrer, Tsung Yeh, Woiciech Michniewski, Zsolt Nagy und Seitaro Ishikawa haben insgesamt fast 200 MusikerInnen und Musiker aus allen Sprachregionen teilgenommen. Projektleitung bis 2016: Bettina Skrzypczak. Projektleitung seit 2016: Stefanie C. Braun

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