Sanierung zum Haus der Musik

Sanierung zum Haus der Musik

Beim historischen, denkmalgeschützten Sigristenhaus ist eine umfassende Sanierung und Neunutzung vorgesehen, ohne dass das Vielzweckgebäude in seiner Volumetrie verändert werden muss.

Die Innendämmung des Hauses ermöglicht es, einen Musiksaal mit Raumhöhe bis unter den Giebel des Dachvolumens einzurichten. Im ehemaligen Tenn findet die gesamte Vertikalerschliessung mit Treppenanlage und Lift Platz. So entsteht ein teilweise mehrstöckiges Foyer, das von aussen durch ein grosses Metall-Glas-Tor sichtbar zugänglich gemacht wird.

Das Umbaukonzept verteilt das stattliche Raumprogramm mit Büro-räumlichkeiten, Musikstudios, Serviceräumen und Gästezimmern mit je eigener Nasszelle in grosser Selbstverständlichkeit und unter grösstmöglicher Respektierung der historischen Substanz, bei gleichzeitig hoher Aufenthaltsqualität, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Raumprogramm Haus der Musik:
Fünf Gästezimmer mit je eigenem Dusche-/WC-Bereich
Komponistenstudio mit Nasszelle
Musiksaal: Zentraler, grosser, multifunktionaler Mehrzweckraum für Unterricht, Meisterkurse, Seminare, evtl. Apéros: Akustisch gut geeignet und für Seminargruppen nutzbar
Arbeitsraum: Arbeits- und Seminarraum für bis zu 20 Personen
Büros im EG, inkl. Platz für Fotokopierer/Kleinmaterial, Teeküche / Garderobe/WC
Werkstatt für Haustechniker
Lager für Grossmaterial
Stiftungsarchiv

Das Projekt

Das Projekt

Visualisierung des geplanten Foyers mit dem Empfang auf der rechten Seite. Am linken Bildrand: der neue Lift.

Durch das Sitzungszimmer (hinten im Bild) öffnet sich der Blick auf die Bünzebene.

Der geplante Musiksaal, der die volle Firsthöhe ausnützt und durch die Balken der alten Studkonstruktion geprägt ist.

Visualisierung eines Gästezimmers mit eigenem Bad/WC. Auch hier wird möglichst viel historische Bausubstanz erhalten und sichtbar gemacht.

Mit viel Vergangenheit in die Zukunft

Mit viel Vergangenheit in die Zukunft

Das denkmalgeschützte Sigristenhaus, das der Stiftung Künstlerhaus Boswil gehört, soll zu einem modernen Haus der Musik umgebaut werden. Architekt Gian Salis, Philipp Schneider von der Denkmalpflege und Cecilie Gut von der Kantonsarchäologie nahmen die historische Bausubstanz bei einem Rundgang unter die Lupe.


Philipp Schneider hält einen Biberschwanz ins Sonnenlicht, das durch die bleigefassten Butzenfenster in einen Wohnraum des Sigristenhauses fällt. Der Bauberater der Denkmalpflege Aargau versucht, die Inschrift zu entziffern, die der Ziegelbrenner einst in den feuchten Ton geritzt hatte: «Heisst das hier vielleicht Werder?» Gut möglich. Gemäss der Auskunft von Benedikt Stalder vom Kulturverein Boswil gab es im 19. Jahrhundert für kurze Zeit eine Ziegelbrennerei Werder im Dorf.

Cecilie Gut, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kantonsarchäologie Aargau und der Architekt Gian Salis schauen ihm interessiert über die Schulter. Zu dritt begutachten sie jeden Raum des Sigristenhauses. Während Gut und Schneider Spezialisten für die Vergangenheit des Gebäudes sind, plant Salis die Zukunft des Sigristenhauses.

Sperrafen, Schwellkranz, Geschossrähm – wenn die Fachleute diskutieren, lebt der Wortschatz einer längst vergessenen Baukunst wieder auf. Cecilie Gut und ihr Team der Kantonsarchäologie untersuchen drei Tage lang jeden Balken, jedes Brett, jedes Baudetail. In detektivischer Kleinarbeit rekonstruieren sie die Baugeschichte des Sigristenhauses, das Ende des 17. oder Anfang des 18. Jahrhunderts gebaut worden war. Die Aufgabe der Spezialisten ist komplex. Das Sigristenhaus wurde in seiner jahrhundertelangen Geschichte laufend umgebaut, erweitert und den Bedürfnissen der Bewohner angepasst. Cecilie Gut will verstehen, wie das Sigristenhaus aufgebaut ist. Wie alt sind die verschiedenen Teile des Gebäudes? Was stand zuerst, was wurde erst später ergänzt? Die Detektivarbeit begeistert die Archäologin: «Mit der Baugeschichte eines Gebäudes eröffnet sich auch ein Puzzlestück unserer Kulturgeschichte. Was für Bedürfnisse, Wohnund Bauideale hatten die Menschen vor dreihundert oder vierhundert Jahren?»

Das Sigristenhaus ist ein klassisches Hochstudhaus, in der Fachsprache Ständerbau genannt. Der Hochständer, ein massiver Holzständer, der in zwei Teilen vom Fundament bis unter den Giebel geht, teilt das zweischiffige Gebäude in der Längsachse. Die historische Holzständerkonstruktion wird auch das Rückgrat des modernen Ausbaus bilden. Doch sollte man das denkmalgeschützte Haus nicht konservieren und unangetastet stehen lassen? Die Archäologin winkt ab: «Das Wichtigste ist, dem Haus einen Sinn zu verleihen. Es kann nur weiterbestehen, wenn es gebraucht wird. Denn dann wird es auch unterhalten. Leider fehlt aber oft die Fantasie und Kreativität, was man aus so einem Gebäude machen kann. Dann wird es zugunsten eines Neubaus abgerissen. Das Hochstudhaus ist der Verlierer der Siedlungsverdichtung.»

Die alten Hochstudhäuser sind selten geworden im Aargau. Die Worte Respekt und Würde fallen, wenn Cecilie Gut darüber spricht, wie sie sich den Umgang mit der historischen Bausubstanz wünscht: «Das Sigristenhaus war lange vor uns hier und wird – wenn man richtig damit umgeht – noch lange nach uns Bestand haben. Wenn meine Arbeit etwas dazu beitragen kann, dann habe ich meine Aufgabe erfüllt.»

17.11.

Kinderkonzerte Künstlerhaus

Aschenputtel räumt auf

  • Alte Kirche, Künstlerhaus Boswil
  • Eintritt: Kinder bis zwölf Jahre CHF 5.-/Erw. CHF 25.-/ Familienkarte CHF 50.- (beide Eltern/Grosseltern und alle Kinder bis zwölf Jahre).

Kinderkonzerte Künstlerhaus

Aschenputtel räumt auf

Michaela Unsinn Mezzosopran
Chasper Mani Bariton
Miriam Terragni Flöte
Brigitte Leutenegger Fagott
Lea Magdalena Knecht Harfe

Gioachino Rossini (1792–1868)
Musik aus «La Cenerentola», bearbeitet von Ulf-Guido Schäfer

Musiktheater für Kinder ab fünf Jahren, für singenden Schauspieler, Mezzosopran und Flöte, Fagott und Harfe von Jörg Schade und Franz-Georg Stähling.

Der Gärtner Paolo erzählt mit einem alten Märchenbuch in der Hand die Geschichte von Aschenputtel, das mit grosser Hartnäckigkeit wider den Willen seines Vaters Don Magnifico und der beiden Schwestern Clorinda und Tisbe doch noch zu seinem Glück findet. Auf dem Weg dahin gibt es viel Musik und eine abenteuerliche Kutschenfahrt durch ein heftiges Gewitter. Und ganz nebenbei erfahren die kleinen Zuschauer auch noch, wie eine Oper funktioniert und die einzelnen Instrumente klingen.

 

  • http://www.kuenstlerhausboswil.ch/ort-der-musik/Zukunft/Sigristenhaus
  • 6608ba8d-d3f9-4c23-b6a5-500cb9aba300
  • Alte Kirche, Künstlerhaus Boswil
  • 20181008T182232
  • 20181117T110028
  • 20181117T140028
  • Kinderkonzerte Künstlerhaus: Aschenputtel räumt auf

01.12.

Kinderkonzerte Künstlerhaus

Oktavio Mauszart

  • Alte Kirche, Künstlerhaus Boswil
  • Eintritt: Kinder bis 12 Jahre CHF 5.-/Erw. CHF 25.-/Familienkarte CHF 50.- (beide Eltern und alle Kinder bis zwölf Jahre)

Kinderkonzerte Künstlerhaus

Oktavio Mauszart

Kaleidoscope String Quartet
Simon Heggendorn Violine
Ronny Spiegel Violine
David Schnee Viola
Sebastian Braun Cello
Jojo Kunz Kontrabass
Domenica Ammann Singende Säge, Stimme, Figurenspiel

Ein Mäusekonzert für Streichquintett und singende Säge für Kinder ab vier Jahren: Oktavio ist ein ganz besonderer Mäuserich! Er kann mus-izieren. Mit seinem Instrument, der singenden Säge, betört er nicht nur alle Mäuse, sondern auch die Katzen. Deshalb wird er von allen Mäusen als Held gefeiert und verehrt – und Oktavio wird immer hochmütiger. Auf keinen Fall will er nur eine gewöhnliche Maus heiraten! Er verlässt den Mäusebau und macht sich auf die Suche nach einer ganz besonderen Frau. So beginnt seine abenteuerliche Reise.

Die zu Beginn des Stücks vorgestellten Streichinstrumente untermalen die gesungene und gesprochene Geschichte von Domenica Ammann auf reiche Art.

Im Anschluss an das Konzert gibt es Guezli im Foyer.

  • http://www.kuenstlerhausboswil.ch/ort-der-musik/Zukunft/Sigristenhaus
  • f35c231b-eef4-4509-b021-080291a4fa2e
  • Alte Kirche, Künstlerhaus Boswil
  • 20181008T182232
  • 20181201T163025
  • 20181201T193025
  • Kinderkonzerte Künstlerhaus: Oktavio Mauszart
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