Raum für die Zukunft

Medienmitteilung, 20. August 2014

Jurierung Architekturwettbewerb des Künstlerhauses Boswil 

 

Das Projekt von Gian Salis, Zürich, gewinnt den Studienauftrag zum Bau eines Kirchenfoyers und zum Umbau des historischen Boswiler Sigristenhauses

Ein Jahr, nachdem das Künstlerhaus Boswil sein 60-Jahr-Jubiläum feiern konnte und eine Machbarkeitsstudie Architektur präsentierte, sind die Würfel gefallen, wie der historische Boswiler Kirchenbezirk räumlich in die Zukunft geführt werden soll. Im März dieses Jahr wurden die fünf Büros Bakker Blanc, Boa Baumann, Bosshard Vaquer, Gian Salis und Vécsey Schmidt eingeladen, an einem Architekturwettbewerb in Form eines Studienauftrages teilzunehmen. Die Jury kürte aus den qualitativ hochstehenden Einzelprojekten nun das Projekt von Gian Salis (Mitarbeit: Walter Bieler) zum Anbau eines Foyers an die Alte Kirche Boswil und zum Umbau des historischen Boswiler Sigristenhauses als Sieger des Wettbewerbs.

Das Konzept von Gian Salis sieht für das Kirchenfoyer einen auf drei Seiten verglasten, grosszügigen Pavillon mit leicht geneigtem Pultdach vor, dessen verglaste Fassade auf einem Betonbalken über der mittelalterlichen Turmruine ruht. Die sich seitlich gänzlich öffnenden Türflügel lassen eine Zirkulation durch das Foyer hindurch um die Alte Kirche Boswil zu; gleichzeitig ist der Raum auch multifunktional für verschiedene Zwecke nutzbar. Der Zugang zum Kirchenraum erfolgt über eine sich halbkreisförmig auffächernde Treppe. Der Foyerentwurf beeindruckt durch die Zurückhaltung, Eleganz, Funktionalität und den Respekt, mit der er sich in das historische Ensemble einfügt.

Das historische Boswiler Sigristenhaus erfährt eine umfassende Sanierung und Neunutzung, ohne dass das Vielzweckgebäude in seiner Volumetrie verändert werden muss. Die Innendämmung des Hauses ermöglicht es, zwei grosse Arbeitsräume mit Raumhöhen bis unter die jeweiligen Giebel der grossen Dachvolumen einzurichten. Im ehemaligen Tenn findet die gesamte Vertikalerschliessung mit metallener Treppenanlage und Liftturm Platz. So entsteht ein teilweise mehrstöckiges Foyer, das von aussen durch ein grosses Metall-Glas-Tor sichtbar zugänglich gemacht wird. Das Raumprogramm enthält neu die bisher in einem separaten Pavillon untergebrachten Büroräumlichkeiten des Künstlerhauses, Musikstudios, Ser-viceräume sowie Gästezimmer mit eigener Nasszelle. Das Nutzungs- und Umbaukonzept verteilt das stattliche Raumprogramm in grosser Selbstverständlichkeit und unter grösstmöglicher Respektierung der historischen Substanz, bei gleichzeitig hoher Aufenthaltsqualität, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Der Architekt Gian Salis verfügt über ein eigenes Büro in Zürich seit 2008. Von 2005 bis 2008 war er Projektleiter im Atelier Peter Zumthor in Haldenstein. Seit 2012 wirkt er als Dozent am Lehrstuhl für Architektur und Konstruktion von Prof. A. Spiro an der ETH Zürich.


Sämtliche Projekte des Studienauftrages Architektur des Künstlerhauses Boswil sind in einer Ausstellung in der Alten Kirche Boswil öffentlich zugänglich an folgenden Tagen: Sonntag, 24. August 2014, 13-17 Uhr, Montag bis Freitag, 25. bis 29. August 2014, jeweils 15-19 Uhr.


 

Downloads zum Siegerprojekt von Gian Salis

Medienmitteilung zum Projekt pdf

Pläne und Skizzen zum Foyer der Alten Kirche
und zum Umbau und der Renovation des Sigristenhauses
(pdf)

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Modell-Fotos Foyer Alte Kirche (jpeg)

Chorseite
Front
Innen
von der Kapelle aus
von der Ruine aus
vom Sitzplatz aus

Modell-Fotos Sigristenhaus (jpeg)

Erschliessung
Struktur
Treppe zum Saal

 

Foto Künstlerhaus Boswil Umgebung 
Foto Medienorientierung: v.l. Stefan Hegi, Vizepräsident des Stiftungsrates Künstlerhaus Boswil; Vorsitzender der Jury Studienauftrag
Michael Schneider, Geschäftsführer Künstlerhaus Boswil
Peter Wipf, Präsident des Stiftungsrates Künstlerhaus Boswil
Gian Salis, Architekt, Sieger des Architekturwettbewerbs 

 

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